Japan 🇯🇵 Tokyo – Surfen – Tokyo

Japan 🇯🇵 Tokyo – Surfen – Tokyo

Yeah Japan ist an der Reihe!

Japan ist das erste Land bei dem mir rückblickend nicht bestimmte Landschaften, Ausflüge oder Bauten als erstes positiv einfallen, sondern die Menschen 🙂

Die Höflichkeit und die zuvorkommende Art und Weise wie sich die Menschen überall verhalten, führt einfach zu guter Laune und man denkt sich öfters “schön hier zu sein” 🙂

Das fängt bei ganz kleinen Dingen an, wie einem die Tür aufhalten, auf der Straße stehen bleiben damit der andere vorbeilaufen kann, das gegenseitige Bedanken bei kleinen Gesten indem sich alle verneigen und so weiter.

Es ist überall sauber, Regeln werden befolgt, die Leute scheinen immer Spaß bei der Arbeit zu haben und so kann man viel aufzählen was Japan so nett macht. Diese Art und Weise färbt dann auch auf die Besucher und Nicht-Japaner ab.

Man passt sich als Tourist immer etwas den Gegebenheiten an und so sind alle gut drauf und freundlich zueinander. So wie das Leben seine sollte!

Selbst als ich beim Surfen einem Japaner im Weg war und ihm seine Welle kaputt gemacht habe, hat er gelächelt und war nett. Wo anders wirst du dafür beleidigt 😬

Aber Japan war auch einfach gut zu mir.

Mittlerweile ist es planungstechnisch so, dass ich das Land wechsle und vorher keine Zeit finde mich irgendwie zu informieren. Aus China kommend, konnte ich nicht mal Apps oder Offline-Karten im Vorraus für Japan herunterladen.

Gut geklappt hat dagegen die App Couchsurfing. Habe da einige Menschen kennengelernt und bin im Prinzip von Gelegenheit zu Gelegenheit gestolpert, was die Reise durch Japan ganz anders als sonst gemacht hat. Und zwar positiv anders.

Eigentlich sind Japaner eher schüchtern und öffnen sich Fremden nicht wirklich oder ganz langsam. Einer meiner Fahrer hat es mir so erklärt, dass Japan historisch gesehen lange Zeit auf der Insel sehr isoliert war und das Öffnen für Andere ändert sich nur sehr langsam.

Durch Trampen oder Couchsurfen legt man es aber natürlich auch drauf an Leute kennenzulernen. Aber so im Alltag wird man nie einfach angesprochen. Ist in Deutschland nicht viel anders. Wenn man Amerika im Vergleich sieht, bekommt man an jeder Bushaltestelle ein Gespräch aufgedrückt 🙂

Los ging es von China aus nach Tokyo

Tokyo ist groß! Sehr groß! Die größte Metropole auf der Welt mit um die 37 Millionen Menschen und in der inneren Stadt leben etwa 10 Millionen.

Dachte ich bin nach den anderen Mega-Cities in Asien mittlerweile ein Subway-Profi. Aber da habe ich die Rechnung ohne Tokyo gemacht. Es gibt nicht nur ein paar Linien wie in London oder so. Sondern vielleicht 30 verschiedene Zuglinien? Kein Plan. Und dann gibt es noch 2 verschiedene Gesellschaften die sich das Netz aufteilen.

Was insgesamt den Ticketkauf anfangs unmöglich macht 🙂 Aber man kann sich immer einfach das günstigste Ticket kaufen um durchs Drehkreuz zu laufen und zahlt dann beim Verlassen der Subway (oder Zug) einfach den Restbetrag drauf. Das ist keine Straftat. Und wenn man Glück hat und an einer abgelegenen Station aussteigt, gibt es nicht mal ein Drehkreuz und man kann ohne Aufschlag den Bahnhof verlassen. Sorry nettes Japan, aber Budget und so 😉

Seltsam ist auch, dass in so einer Megastadt die Subway um Mitternacht oder teilweise um 1 Uhr schließt. Das heißt kurz davor versucht jeder den letzten Zug zu bekommen und danach ist auf der Straße tote Hose. Selbst am Samstagabend ist Tokyo dann wie ausgestorben.

Ansonsten gibt es in Tokyo nicht DIE Touristenattraktion. Es gibt viele Zentren, viele kleinere Tempel und Schreine. Vielleicht noch den Fernsehturm, von welchem aus man eine gute Aussicht hat. Aber da bin ich mittlerweile auch raus. Zu viel Geld für einen Ausblick von Stadt.

Shit man wird echt anspruchsvoller mit andauernder Reisezeit.

Nichtsdestotrotz ist es schön einfach rumzuschlendern. Wie schon erwähnt eh das Beste in einer neuen Stadt.

Und so fand ich zum Beispiel sehr typisch für Japan, einen Arbeiter, der weit weg von allem, am Fluss ein Blumenbeet bepflanzt hat. Alles 100% akkurat, schön gepflegt und er hat seine Arbeit mit Spaß erledigt, hat gelächelt und sah glücklich aus 🙂

Mount Fuji

Um DIE Attraktion von Tokyo und vielleicht ganz Japan zu sehen, muss man ein Stück raus aus der Stadt.

Und zwar geht’s um den Mount Fuji. Wahrzeichen von Japan!

Wie gesagt bin ich planlos angekommen. Habe aber über Couchsurfing mit anderen Touris geschrieben und eine von diesen Touris wollte zu einem See fahren, von wo aus man einen schönen Blick auf den Berg hat. Klang eigentlich gut und der Wetterbericht sah für die kommenden Tage nicht opti aus.

Also ging es spontan nach Ankunft dorthin. Blöd war nur, dass der Shuttle-Bus nicht so spontan war und nur noch einen Platz im Bus für in 3 Stunden hatte..! Naja egal. Wenn man schon dort ist, will man den Berg auch sehen. Also gewartet.

Blöd war dann auch, dass die Couchsurfkollegin bereits auf dem Rückweg war. Naja egal. Geht ja um den Berg. Ganz blöd war dann nur, dass 2 Stunden von Tokyo entfernt das Wetter immer bewölkter wurde. Und so bin ich am See angekommen und es war leider kein Berg zu sehen..!

Laut Google Maps bzw MapsMe (gute Alternative und funktioniert in China!) war der Berg in Sichtweise. Aber ja. Nicht für mich. So war es ein See. Schön aber eben nur ein See. Mount Fuji – kein Haken dran.

Abends habe ich mich dann mit 3 anderen Couchsurfern zum Okonomiyaki getroffen. Typisches Essen aus Japan und lecker.

Haben uns dann bisschen verquatscht und naja. Warum ich das aufschreibe. Habe zwar die erste Bahn bekommen, aber die Station mit dem Anschlusszug war bereits geschlossen. Heißt mit dem Taxi heim. Alles in allem mit Ausflug, Hostel (haben in Tokyo eher Hotelniveau und sind bisher die besten in denen ich gewohnt habe, wenn auch anonym (Großstadt eben)), Essen und Taxi kam ich dann an Tag 1 auf etwa 150 Euro!!

Japan und das Geld

Da sind wir dann beim Thema “In Japan ist alles super teuer”. Ja kann sein, ABER eigentlich geht es echt. Habe mich sehr gebessert und trotz Tag 1 im Schnitt 48 Euro pro Tag ausgegeben (inklusive alles).

Japan muss nicht krass teuer sein. Die Unterkünfte sind nicht billig. 20 Euro für ein normales Hostel. Das Essen ist dagegen überraschend günstig.

Da in Japan sehr viele Leute lange arbeiten und keine Zeit haben zu kochen, gehen sie in Restaurants essen und davon gibt es sehr viele und das große Angebot drückt den Preis.

Dazu kann in Japan Transport sehr teuer sein. Wenn man sich zum Beispiel für den Schnellzug enzscheiden würde, ist das teuer. Der ist schnell, komfortabel und fährt überall hin wenn man sich eine Wochenkarte gönnt, aber diese kostet zum Beispiel für 7 Tage 250 Euro. Wenn man stattdessen Fernbusse bucht, zahlt man teilweise 30-40 Euro für eine Fahrt. Die sind super bequem und die Distanzen überschaubar. Fahrten von 5-6 Stunden pff geschenkt 🙂

Also falsches Vorurteil! Keine Ausrede um nicht nach Japan zu reisen!

Couchsurfing

Aber weiter im Fahrplan. Ein weiterer Grund oder Möglichkeit günstig in Japan zu reisen ist Couchsurfing 🙂

Couchsurfing ist eine App, mit welcher sich Reisende und eventuelle Gastgeber finden können. Man kann angeben von wann bis wann man sich wo aufhält und daraufhin melden sich dann Leute, die einem einen kostenlosen Schlafplatz anbieten.

Es geht jedoch nur bedingt um das kostenlose Übernachten. Eher um das Kennenlernen und gemeinsam etwas zu unternehmen.

So hat mich Mika aus Tschechien eingeladen um nach Kamogawa zu kommen, um dort eine Runde zu surfen. Surfen in Japan stand zwar nicht auf der Liste. Klingt aber gut. Also hin da. Nach einer kleinen Irrfahrt durch Tokyo kam ich viel zu spät zum Surfen an, aber das sollte am Folgetag nachgeholt werden.

Habe mich davor zwar schon paar Mal mit Leuten über Couchsurfing auf einen Kaffee oder Bier getroffen, aber es war das erste Mal um wirklich bei jemandem zu übernachten. So war es schon etwas Neues und auch seltsam einfach bei jemandem Fremden Hallo zu sagen und kostenlos übernachten zu wollen 😬 Aber um es vorwegzunehmen. Es ist einfach überragend 😅

Wie schon erwähnt ist die Bahn nicht ganz so gefahren wie erwartet (das Japanisch des Zugführers war etwas zu undeutlich für mich). Ich kam nicht wie geplant mittags zum Surfen an, sondern abends etwa 4 Stunden zu spät. Aber die nicht perfekte Laune wurde dann direkt besser, denn das Abendessen war für mich schon zubereitet 😊

Mika hat mich zwar eingeladen, aber da am dortigen Campus der japanischen Universität Männlein und Weiblein strikt getrennt werden, habe ich bei Michael, einem jungen Indoneser geschlafen. Michael ist dazu ein sehr guter Koch und so gab es auf dem Boden im Dorm indonesische Köstlichkeiten zu Abend 😀

Den restlichen Abend haben wir noch gequatscht, Schach gespielt und es war einfach verdammt cool. Keine Ahnung es ist einfach super cool zu sehen, dass fremde Menschen für einen das Beste wollen, damit man sich wohlfühlt, obwohl sie dir eigentlich nichts schuldig sind. So wollte er mir sogar seine Decke geben damit ich weicher liege, am nächsten Morgen hat er mir Frühstück hingestellt bevor er zur Vorlesung los ist und so weiter.

Teilweise fühlt man sich fast schon schlecht, da man nichts zurück geben kann, außer sich zigfach zu bedanken 😬 Aber man lernt mit der Zeit dass es dem Gastgeber einfach freut, wenn ich mich freue ☺️

So blieb ich dort 2 Nächte. Es kamen einige Kommilitonen von den beiden vorbei um mich anzuschauen und es war echt witzig.

Die eigentlich einladende Person war aber Mika. Ich war mit ihr surfen, was cool und kühl war ohne Wetsuit, aber viel interessanter war eigentlich Sie beziehungsweise ihre Geschichten.

Denn sie ist trotz ihres jungen Alters von Mitte 20 bereits sehr viel um die Welt gekommen und zwar so ziemlich alles mit hitchhiken. Sie ist auch durch Länder getrampt in denen man sowas alleine als Frau auf dem ersten Blick echt lassen sollte. Aber so hatte sie echt krasse Geschichten aus Südafrika, Mexiko, Oman und und und parat.

Wir sind an dem Tag auch zum Strand (mit Surfbrett) getrampt und selbst das hat geklappt. Naja auf jeden Fall hat es mein Interesse geweckt und ich dachte mir, wenn eine junge Dame das hinbekommt, sollte es auch für mich machbar sein.

So habe ich beschlossen, es auf dem Rückweg nach Tokyo auszuprobieren. Zumal die Bahn ewig braucht und recht teuer ist. Mika hat mir ihr Tokyo-Schild geschenkt und dann musste ich wohl liefern 😬

Vielen Dank nochmals an Michael und Mika für alles 🤗

Erstes Trampen

Bin also tapfer zum 7/11 Shop im Dorf marschiert und ja es fühlt sich anfangs echt mega komisch an 😅 Man sucht sich dann so sein Plätzchen und hält sein Schildchen hoch. Nach ner Zeit dann noch seinen Daumen und dann steht man da also 😅

Kam mir echt etwas doof vor. Wenn dann auch alle einkaufen gehen und man ist halt einfach ein Blickfang. Ich glaube überall und in Japan besonders, da es dort absolut untypisch ist. Problem bei der Sache war, dass ich in nem kleinen Dorf stand mit nem Schild von einer Stadt 2h entfernt. So wie man beim Penny in Würmersheim an der Kreuzung steht und gerne nach Stuttgart wöllte.

Da gibt’s halt echt nicht viele bei denen das passt. Naja mit der Zeit gewöhnt man sich an seine Situation und man fängt an zu winken, rumzuhampeln und man freut sich über jeden der zurück winkt oder entschuldigende Gesten aus dem Auto heraus macht.

So stand ich da mittlerweile schon eine Stunde bei meinem ersten Hitch-Abenteuer. Aufgeben wollte ich aber auch nicht. Zumal Plan B nicht vorhanden war. Hatte dann aber irgendwann Glück. Ein netter Mann hatte wohl Mitleid und meinte er fährt mich zwar nicht nach Tokyo aber in das nächste Dorf von wo aus eine Straße in die richtige Richtung führt!

Und jap dann lief das. Sobald er mich dort ablieferte, hat es keine 5 Minuten gedauert und ein Surfer vom Kamogawa Spot hat mich aufgesammelt und bis zu einer Bahn-Station nahe Tokyo gefahren. Erster Trampversuch erfolgreich 💪

Ich werde wohl noch mehr zum Trampen berichten. Mittlerweile finde ich es eine echt schöne Gelegenheit sich fortzubewegen.

Der Rest von Tokyo ist nicht mehr allzu aufregend. War etwas erkältet und habe 1-2 Tage eher wenig gemacht.

Ah doch. Nach Rückkehr vom Surfen wollte ich nur ne Kleinigkeit essen und ins Bett. Irgendwie kam ich aber mit 3 japanischen Frauen am Nachbartisch, die gerade von der Arbeit kamen in ein seltsames Google-Translate und minimal englisches Gespräch und wurde daraufhin von Ihnen auf 2 Bier eingeladen. Habe es nicht ganz verstanden aber war lustig und wie erwähnt: Japan meint es gut mit mir 🇯🇵😍

(By the way: Die Dame rechts ist 45 und hat 2 Kinder 😳 True story)

Update

Bin mittlerweile 3 Länder weiter als Japan. Australien war kurz ohne viel zu sehen und seit ner Woche bin ich in Neuseeland! Sehr schönes Land bisher. Viel Natur, Wandern, Campen, Delfine, im Auto übernachten und gaaaanz vielen Schafen! Mehr dazu in Kürze 😉

This Post Has 0 Comments

  1. Tschemodan GR

    Hey Bubb! Du schreibst immer wieder was spannendes – NEID;NEID NEID!!!! 🙂 Aber der Neid ist positiv – ich frohe mich immer was neues von dir zu lesen! Bleib dran – enttäusche dein Leser nicht !!! 😛
    apropos: #WoIstDieBrunhilde !?!?!?!??!?!

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