Uruguay 🇺🇾 Part 2 – Farm Life

Uruguay 🇺🇾 Part 2 – Farm Life

Noch in La Paloma

So noch bin ich zusammen mit der Carina in La Paloma an der Küste Uruguays und es stellte sich die Frage was wir denn noch so machen wollen. Geplant war nichts, aber gewünscht war eine Farm zu besuchen, egal wo und am besten kostenlos. Irgendwo bisschen mithelfen und dafür am Wochenende reiten dürfen. Unsre Gastgeberin in La Paloma konnte uns genauso wenig weiterhelfen wie auch die Menschen im Dorf. Einzige online gefundene Möglichkeit wäre eine Unterkunft gewesen, wo wir trotz täglich arbeiten noch viel zu viel Geld bezahlen hätten sollen.

Aber wie so oft hilft den Ahnungs- und Hilflosen auf der Welt der Zufall weiter. Wir haben auf Workaway allen vorhandenen Farmen in Uruguay geschrieben und einen Tag später hat sich eine Familie gemeldet, welche 2 Plätze frei hatte, da kurzfristig andere Volunteers abgesagt haben. Wir könnten ab morgen anfangen. Perfekt und Danke! 🙂

Ich weiß nicht ob das nur Zufall ist. Es klappt dafür einfach zu oft. Normal begibt der geplante Mensch sich ja gar nicht in solch eine Situation. Einfach mal drauf ankommen lassen, wird schon gut gehen 🙂

Hitchhiking in Uruguay

Also ging es los Richtung Farm! Aber es ging nicht einfach nur schnell zur Farm, sondern auch das wurde zum Abenteuer 🤠

Von La Paloma zur Farm sind es auf direkten Weg etwa 100 km laut Google. Die Wegbeschreibung, die wir von der Farm bekommen haben und die uns auch von unserer Gastgeberin so genannt wurde, war jedoch ganz wo anders lang. Über 200 km, also doppelt so weit. Zwar über größere Straßen und mit Busverbindung, aber die schnelle Verbindung auf Google war immerhin gelb gekennzeichnet und wir wollten sowieso trampen. Haben wir also nicht verstanden und auf Ratschläge hören gehört nicht ganz zu unseren Stärken.

Das Problem wenn zwei blauäugige Optimisten wie Carina und ich etwas “planen”, ist wohl das wir uns alles gegenseitig schön reden und die Stimme der Vernunft ignoriert wird bzw nicht vorhanden ist. Wird schon gut gehen! 🙂

Es ging ganz gut los, wir waren recht schnell in der Stadt von wo aus unsere Abkürzungsstraße startet. Problem beim Trampen ist immer aus Städten rauszukommen. Zentral hat man so gut wie immer schlechte Chancen. Immer am Ortsende warten!

Wir waren also im Süden des Dorfes und wollten in den Norden. Heißt wiederum ordentlich laufen! Das was Trampen ausmacht ist das Ungewisse. Man weiß nicht wer einen mitnimmt und ob es überhaupt klappt, dazu kommt, dass man die Gegend nicht kennt und als Anhaltspunkt nur Google Maps hat. Und das war dieses Mal kritischer als sonst ☺️

Wir sind immer näher zu dem Punkt gekommen, wo wir dachten, dass hier jetzt was gehen müsste und die Straße gut liegt um eingesammelt zu werden. Jedoch sah es nur auf Google gut aus. In realer Welt standen wir in einem kleinen Dorf an kleinen Straßen rum. Es haben viele aus dem Auto gewunken und fanden das wohl toll, weil nicht alltäglich, was wir da machen, aber angehalten hat keiner.

Uns wurde somit immer klarer, dass es vielleicht doch nicht die beste Idee war, nicht auf die Locals zu hören. Alle Leute die wir gefragt haben, dass es doch da Richtung Norden gehen müsste, hatten einen “Ohh, öhh ja, aber…”-Gesichtsausdruck und wünschten uns viel Glück 🙂

Wir sind dann immer weiter gelaufen und am Ortausgang haben wir es dann auch verstanden, als wir unsere gelb eingezeichnet Straße gesehen haben. Es ist so ein kleiner Feldweg, der von der asphaltierten Straße abzweigt und aus Sand besteht. Plan B ist nicht vorhanden und was willste machen. Also Daumen raus und zum Glück hat es nicht lange gedauert bis ein Pickup anhielt. Er meinte er fährt nur paar Minuten in die Richtung, aber auch so kleine Rides sind gerade motivationstechnisch gut und verbessern die Laune sprungartig. Dazu hatte er ein paar Brötchen für uns. Perfekt und Danke!

Also waren wir mittendrin im zwar schönen aber einsamen Gebiet. Ein zurück gibt es nicht mehr und eigentlich war es auch witzig 🙂 Das Besondere auf solchen abgelegenen Straßen zu trampen ist, dass wenn mal ein Auto vorbeikommt, der Fahrer in einer anderen Situation ist (geilo Hitchhikepsychologie). Irgendwo auf vielbefahrenen Straßen, kann er sich leicht denken, dass den Tramper schon jemand anderes mitnimmt. Aber hier ist er sich bewusst, dass vielleicht die nächste Stunde kein weiteres Auto vorbeikommt und das macht wohl ein schlechtes Gewissen und weckt den Beschützerinstinkt 🙂

Wir haben auf dieser Straße zwar auch mal längere Zeit gewartet, aber es hat jedes Auto, das vorbeikam auch gehalten und uns mitgenommen! Zwischen den Fahrten hatten wir Zeit die wunderschöne abgelegene Landschaft zu fotografieren oder Bekanntschaft mit Horrorhunden zu machen, die in einem verlassenen Bauernhof hausten und uns nicht cool fanden. Aber wir kamen schlussendlich und nur 4-5 Stunden zu spät, an der Kreuzung an, wo uns der Fernando von der Farm abholen sollte. Alles ganz entspannt, so entspannt, dass man auch mal einschlummern kann 😉

Kleine Randbemerkung: Alle haben sich gewundert und uns erzählt, dass es gefährlich sei was wir da machen. Erst dachten wir, dass Sie das Trampen meinen, wegen bösen Menschen und so. Aber irgendwann später haben wir verstanden, dass wir uns da in einem Gebiet befanden, in dem es anscheinend viele Pumas gibt. Naja alles gut gegangen 🙂

Gaucho-Farm

Gleich vorneweg: Es war überragend! Eigentlich schade, dass ich es nicht viel öfters gemacht habe auf Farmen wie in der Mongolei oder Uruguay zu helfen!

Carina und ich sind Sonntagmittag bei der Farm angekommen. Herzlich begrüßt wurden wir beim Aussteigen von etwa 10 Hunden, den 2 Kindern Clara (4 Jahre alt), Juan Martin (9 Jahre alt) und den Eltern Sara und Fernando (geschätzt Mitte 30) Diese kleine Familie wohnt zentral in einem 200 Jahre alten Casa umringt von ganz viel Campo (das Grundstück oder Land, finde im Deutschen kein so schönes Wort wie el campo!). Für uruguayische Verhältnisse ist es wohl ein kleines Campo. Ich würde es als riesig bezeichnen.

Wälder und Wiesen wo Rinder und Schafe weiden, Koppeln mit ein paar Pferden und mehreren Seen, welche mit einem Bach verbunden sind.

Wir hatten ein etwas schlechtes Gewissen, da wir viel zu spät ankamen und dachten wir schwänzen die ersten Arbeitsaufgaben, aber wir sind ja in Uruguay!

Da es wie erwähnt Sonntag war, ging es direkt per Pickup mit der ganzen Family und die im Laufschritt begleitenden Hunden zum Baden und Fischen an einen der Seen. Grandioser Beginn unserer harten Arbeitszeit. Im besten Spanisch hat man sich ausgetauscht und gegenseitig vorgestellt.

Die Farm gehörte früher den Eltern von Fernando und wird jetzt weitergeführt von Sara und ihm. Ganz ohne externe Angestellte. Sara hatte einen Motorradunfall und ist seitdem auf eine Gehhilfe angewiesen, weswegen sie sich nun Hilfe über Workaway ins Haus holen.

Es ist eine ökologische Farm, was heißt, dass komplett auf Chemie verzichtet wird. Alles ist so natürlich wie möglich. Es wird selbst geschlachtet, Gemüse angeplanzt, eigener Honig produziert, eigenes Bier hergestellt, den Bioabfall bekommen die Hühner, welche sich dafür mit frischen Eiern bedanken und so weiter. Sehr cool ist auch, dass sie wenn möglich ihre Medizin aus den Kräutern und Pflanzen herstellen. Aber natürlich werden auch gleichzeitig Dinge im Supermarkt gekauft.

Schon bei Ankunft und dem ersten Tag haben wir uns super wohl gefühlt. Weit weg von allem, an einem See zu sitzen und zu quatschen. Für uns was besonderes, für die Familie ganz normal. Es ist schon toll zu sehen, dass Clara und Juan Martin eine mega coole Kindheit haben und super zufrieden sind (was aber auch nicht immer der Fall war 😬). Was nicht heißt, dass es in städtischen Gebieten schlecht ist, aber einfach anders.

Ich weiß nicht wie detailliert ich das alles beschreiben soll. Tag für Tag wäre vielleicht too much.

Insgesamt verbrachten wird dort 10 Tage. Wir haben uns jetzt nicht überarbeitet, aber ein bisschen haben wir schon gemacht:

– Geschirr spülen!

Haha ja das war die eigentliche Hauptaufgabe. Es wurde jeden Abend und ab und zu auch mittags für alle, inklusive uns, sehr lecker gekocht oder gegrillt. Wir haben natürlich tatkräftig mitgeschnippelt oder Kartoffeln geschält. Dabei wurde gefühlt täglich jedes Utensil der Küche verwendet, was danach dann abgespült werden musste. In Uruguay und ganz Südamerika gibt es nie warmes Wasser aus den Hähnen. Also wurde das Ganze mit kaltem Wasser gemacht.

– Beim Hunde trainieren zugeschaut!

Fernando bildet Hütehunde aus. Selbst hat er mit seinen Hunden schon viele Preise gewonnen. Echt beeindruckend was die Hunde alles können. Auf Pfeiftöne oder Zeichen nach rechts, links, sitzen, springen, Baum hoch, Salto, alles!

–  Kinder sitten!

Um ehrlich zu sein war das die Hauptaufgabe. Und eigentlich auch mehr die Aufgabe von Carina. Der Sara war es wichtig, dass trotz ihrer Beeinträchtigung die Kinder immer raus können und jemand die Kleinen im Auge hat. Und da Carina das sehr gut kann, hat sich vor allem Clara eher bei ihr und nicht bei mir aufgehalten.

– Fahrdienste!

Bei der traditionellen Aufgabenteilung, haben sich die Männer um die harte Arbeit gekümmert, wie Garten machen, Schafe umdrehen, Imkern, Kühe verarzten und Mate Tee trinken inklusive Mittagspause in der Hängematte versteht sich, während die Carina als Fahrerin mit Sara und den Kindern in die Stadt zur Reha und zum Einkaufen gefahren ist. Bisschen 2 Kinder hüten für den ganzen Tag! Danke dafür 😉

– Schafe umdrehen!

Schafe kommen ins Gehege, werden kontrolliert ob schwanger, verletzt usw. Dafür müssen sie manchmal auf den Rücken geschubst werden. Eine Hand an die Schnauze, eine in die Wolle und drehen das Ding. Dann werden sie farbig markiert.

– Garten umgraben!

Für die neue Gemüsesaison. Carina ist da ein Profi drin 😉

– Vorgarten machen! Haus fegen! Aufräumen!

Zur Farm kommen ab und zu auch zahlende Touristen. Wenn diese kommen bricht der Putzwahn bei Sara aus. Sie kommandiert und wir machen!

– Wäsche auf- und abhängen

Wer viel draußen ist und tobt, hat viel Dreckwäsche. Dies haben wir dann wieder in Ordnung gebracht.

– Zaun des Campos repariert!

Zumindest so etwas in der Art 😉

– Honig machen!

Super cool! Auf der Farm gibt es mehrere Bienenvölker, die fleißig Honig produzieren. Für die Bienchen ist Honig ein Abfallprodukt und sie haben viel zu viel davon, daher kann der geklaut werden.

Fernando und ich haben zuerst im weißen Imkeranzug die mit Honig gefüllten Waben aus den Stöcken genommen. Bewaffnet mit einer Rauchmaschine, damit die Bienen etwas verwirrt sind und nicht zu aggressiv werden. So ein Bienenvolk mit etwa 50.000 Bienen sammelt nur tagsüber und deswegen wurden nachts die Ausgänge geschlossen, damit das ganze Volk am nächsten Tag an eine andere Stelle auf der Farm gebracht werden konnte.

Dies war dann die Aufgabe von Fernando und Carina. Die Bienen finden eingesperrt sein gar nicht so geil und waren anscheinend nach dem Öffnen der Pforten etwas aggressiv. Das haben die beiden dann ordentlich gespürt und wurden mehrfach gestochen. Leider habe ich es nicht gesehen, aber in meinem Kopfkino sieht das ziemlich lustig aus, wie zwei weiße Männchen wild wedelnd übers Feld springen und versuchen die Biene aus dem Anzug zu bekommen ^^

Das war der erste Teil. Noch befindet sich der Honig in den Zellen in den etwa 30 Einschüben. Nächste Aufgabe war die Waben per Messer zu öffnen und mit einer Zentrifuge die Zellen zu leeren. Eine riesen Sauerei! 🙂 Aber hat Spaß gemacht und Honig von den Fingern ablecken und direkt aus Waben zu essen ist schon cool. Der in Gläsern abgefüllte Honig wird dann verkauft und täglich zum Frühstück mit selbst gebackenen Brot serviert.

Randnotiz: Die ganze Aktion wurde auf dem Küchentisch durchgeführt. Dabei wurde der Rollladen am Fenster runtergelassen, da ansonsten die Bienen in der Küche den Bienen draußen verraten, wo sich die Nahrungsquelle befinden und immer mehr Bienen kommen würden.

– Bier brauen!

Super motiviert und konzentriert haben wir das fertig gegärte Bier in Flaschen abgefüllt, Zuckergemisch, welcher zu Alkohol wird, hinzugefügt und per Kronkorken verschlossen

– Tiere verarzten!

Beziehungsweise in die Koppel treiben, wobei die Hauptarbeit die Hunde machen. Wenn sich die Schafe oder Rinder irgendwie verletzen, an Zäunen hängen bleiben oder so, müssen die Wunden desinfeziert werden, da es dort gemeine Fliegen gibt. Diese nesten in den Wunden und legen ihre Larven dort ab. Mega eklig. Das führt soweit, bis die Wunde immer größer wird und sich immer mehr Fliegen ansammeln, bis das Tier irgendwann stirbt. Im Sommer passiert das ziemlich oft. Wuääääh und pfui!

– Schaf schlachten!

Nein haben wir nicht selbst gemacht. Aber eines Tages kam der Tierarzt zum Schlachten. Wir wollten eigentlich dabei sein, aber als wir aufgestanden sind, hing das Tier schon gehäutet am Baum zum Ausbluten. Die Hunde hatten Spaß mit frischen Schafsbeinchen zu spielen und nagen. Wir waren dann nur beim Zerhacken in kühltruhengerechte Teile dabei.

Wir dachten wenn man schon Fleisch isst, gehört das Töten eben dazu. Aber gegen meine Erwartung, fand ich es gar nicht schlimm das Tier dann zu essen. Es gehört auf dem Land einfach dazu und die Familie lebt davon. Massentierhaltung ist was anderes und kacke, aber zum Eigenbedarf einzelne Tiere zu essen, die zuvor auf dem eigenen Land ein normales und freies Leben hatten, ist voll okay!

So viel zu unseren Aufgaben. Es war super interessant das alles mal zu sehen und wir haben gemerkt, dass wir von vielem keine Ahnung haben. Fernando hat uns viel gezeigt und erklärt, gerade das Wissen über die Pflanzen fand ich sehr cool. Wofür welche Pflanze nützlich ist. Gegen Schlangenbisse, Krebsvorbeugend, als Seil nutzbar und so weiter. Dinge von denen wir keine Ahnung mehr haben. Ab in die Apotheke und Pillen kaufen.

Selbst der kleine Juan-Martin hat uns einiges erklärt. Woran man erkennt wann der Mais zum Ernten bereit ist und welche Sachen man essen kann und welche nicht.

Sonstige Dinge die nicht unerwähnt bleiben sollen:

– Spanisch lernen

Ich hatte Spanisch in der Schule, also schon etwa 3 Jahre her. Sprechen war schwierig, Verstehen war okay. Carina konnte bis dahin gar kein Spanisch. So war es ein bunter Mix aus Spanisch, paar Brocken Englisch von Sara und ganz viel Körpersprache ala Mr. Bean. Aber wir haben uns verstanden und trotz Sprachbarriere viel gelacht. Dazu haben sie uns viele Dinge erklärt.

Sprachkurs war also inklusive. Man muss sagen es war die zweite Woche in einem Land, das Spanisch spricht, wobei es in Uruguay schon Abweichungen gerade in der Aussprache gibt. Wir hatten ja noch einige Zeit vor uns und um uns selbst mal zu loben. Gegen Ende in Kolumbien konnten wir uns ordentlich auf Spanisch unterhalten. Bei mir kamen viele mal gelernte Dinge zurück und Carina hat sich von null Spanisch auf ordentliches Unterhaltungsniveau gesteigert! 👍

– schnell noch den Laptop ins Bett bringen!

– Reiten!!

Wir wollten ja reiten. Und da gab es Pferde. Haben gehofft wenn wir durch die Blume fragen, dass wir an unsren freien Tagen am Wochenende unbedingt reiten wollen, wir einfach 2 Pferde schnappen könnten und los geht’s. Aber leider nein. Wir wurden zu einer Freundin von Sara vermittelt, welche Reitausflüge unternimmt. War auch cool. Gemütlich über Uruguays Weiten ausreiten.

Tipp: Immer in cash bezahlen. Hatten nicht genug Bargeld mit uns und haben gedacht, kein Problem, überweisen wir das Geld einfach. Aber Uruguay ist nicht Teil des internationalen Bankensystems. Es ist super kompliziert bis unmöglich und kostet ordentlich Gebühren. Trotzdem danke Papa. Schlussendlich hat die Pferdedame einen Freund gefunden, der Paypal besitzt..!

– Rodeo

Am Sonntag hatten wir frei und paar Ortschaften weiter fand ein großes Rodeo-Festival statt.

Wir hatten keine Ahnung was uns erwartet und das blieb auch so! Es war super abgespaced. Ganz viele Gauchos in traditioneller Kleidung. Wir kamen uns vor wie in einer anderen Welt und ich glaube auch alle anderen haben uns die ganze Zeit angeschaut wer diese zwei komische Menschen sind.

Der normale Uru hat Reiterstiefel an, so einen Gürtel mit Riesenschnalle, in dem ein Säbel steckt, Carohemd und die Mützen mit dem Zipfel in der Mitte, welche man dann bissle schäbs aufsetzt (eigentlich Franzosenstyle). Wir haben nicht ganz verstanden was dort passiert. Alle hatten ihren Stuhl und Mate Becher dabei und schauten den Reitern zu, die stundenlang auf bockenden Pferden versucht haben zu reiten. War aber eine Erfahrung wert, auch wenn wir das nicht nochmals bräuchten.

– Mate Tee

DAS typische Ding in Uruguay ist der Mate Tee. Jeder hat diesen Becher, gefüllt mit kleingehackten Mateblättern und eine Termoskanne IMMER dabei. In einer Hand der Becher und die Kanne unter den anderen Arm geklemmt. Das heißt der Tee wird nie leer. Es wird nachgeschenkt, getrunken und in der Runde verteilt, dass jeder mal ziehen darf.

– Asado

Auch super typisch ist Grillen. So gab es immer wieder gegrilltes Schaf zu essen. Nach dem Schlachten gab es frisches Herz, Leber, Darmteile und keine Ahnung was noch alles. Dazu eine unerreichbare Paprika gefüllt mit Käse!!! 😉

– Chilla

Unser aller Liebling war die Wolfshundedame Chilla und ihr Kind Chillarito. Es sind spezielle Hunde aus Chile, welche die Schafe schützen. Nachts werden sie zu Superhelden, mischen sie sich unter die Schafsherde und vertreiben eventuelle Angreifer wie Raubvögel, Pumas oder andere böse Tiere.

Während Papa Chilla sich eher als Schaf fühlt sind Chilla und Chillarito die verschmustesten Hunde überhaupt. Sobald man aus dem Haus ging oder in der Hängematte lag, stand der Riesenhund neben einen und wollte Liebe abhaben. Den Schutzinstinkt haben sie nicht nur bei Schafen, sondern bei allem, so hatte man echt Respekt, wenn man nach Ausflügen sich dem Casa näherte und die Hunde anfingen zu bellen.

Sobald sie uns erkannt haben, war alles gut, aber Streit mit Chilla möchte keiner. Cool auch zu sehen wie die Hunde alles mit sich machen lassen, wenn die kleine Clara sie mit Doktorabhörgeräten untersucht.

So viel zum Abenteuer auf der Farm. Der Bericht wurde wieder mal länglich, aber ich hatte Spaß dabei nochmal über alles zu schreiben 🙂

Es war mega schön. So eine Zeit in einer Familie lässt einen ganz anderen Blick auf ein Land zu. Man ist Teil der Familie und erfährt das Leben und Kultur aus einem ganz anderen Blickwinkel. Man erlebt und erfährt für kurze Zeit eine ganz andere Lebensweise als wie bei uns Zuhause. In der Natur, alles etwas einfacher, ohne (unnötigen?) Luxus und trotzdem fehlt einem nichts.

Die Familie ist super glücklich und zufrieden! Hat mich beeindruckt und da nimmt man auch einiges mit, denke ich. Und nebenbei bemerkt, alles komplett für umme 🙂

Vielen Dank an Sara, Fernando, Clara und Juan Martin!

Nach 10 Tagen ging es weiter. Zurück nach Buenos Aires, von wo ich dann alleine nach Chile weiter reisen sollte.

Vielen Dank Uruguay, allen Hunden und Carina für eine überragende Zeit, viel Spaß und unbeschwertes Leben! Es war perfekt nach 7 Monaten reisen eine kleine Auszeit vom harten Traveler-Leben zu nehmen und alles etwas langsamer anzugehen und dafür ist Uruguay wohl das perfekte Ziel. Ein gemütliches, sympathisches und unaufgeregtes Land!

Nichts war geplant aber alles optimal passiert. Wird schon gut gehen eben 🙂

Leave a Reply