Iguazú-Wasserfälle und Buenos Aires 🇧🇷🇦🇷

Iguazú-Wasserfälle und Buenos Aires 🇧🇷🇦🇷

Erst zu den Iguazú-Wasserfälle und dann ab nach Buenos Aires!

Da Tobi nur so ein normaler Tourist auf einem Kurztrip war, hatten wir noch eine Woche, bevor sein Flug von Buenos Aires aus, zurück nach Deutschland ging. Bis dahin wollten wir auf jeden Fall zu den Wasserfällen bei Iguazu. Von Rio aus gibt es die Möglichkeit das Flugzeug oder den Bus zu nehmen.

Als Tipp: Es gibt sogar ziemlich günstige Angebote in Brasilien für Inlandsflüge, jedoch muss man dafür eine brasilianische ID beim Buchen angeben. Dies geht auch wenn man selbst kein Brasilianer ist. Da wir aber kein gutes Flugangebot gefunden hatten und keine Brasil-ID zur Hand hatten und zu dem Zeitpunkt auch nicht genau wussten, wie das funktioniert, haben wir uns für den Bus entschieden. 24 Stunden Bus fahren. Nach Karneval war das aber voll okay.

Wasserfälle bei Foz do Iguacu/Puerto Iguazu

Die Wasserfälle befinden sich am Dreiländereck Brasilien, Argentinien und Paraguay. Der Fluss ist die Grenze zwischen den Ländern. Die Wasserfälle gehören zu Brasilien und Argentinien. Ein Stückchen vor den Wasserfällen befindet sich der zweitgrößte Staudamm der Welt (nach der Drei-Schluchten-Talsperre in China), diesen teilen sich Paraguay und Brasilien.

Ein paar Daten zu Las Cataratas del Iguazú:

  • Eines der sieben Naturweltwunder
  • In der Breit die weitesten zusammenhängende Wasserfälle auf der Welt. Es erstrecken sich auf einer Länge von 2,7 km knapp 300 Wasserfälle. In der Spitze im Diavolo-Abschnitt fällt das Wasser bis zu 82 Meter.
  • Der Fluss beziehungsweise der Stausee treibt ein Stück vor den Wasserfällen ein Wasserkraftwerk an, welches damit das zweitgrößte Kraftwerk auf der Welt ist. Maximal kann es 14 GW Leistung liefern. Also vergleichbar mit 14 Atomkraftwerksblöcken.
Foz_do_Iguacu_2018 (1).jpg

Die erste Frage ist, wo man sich eine Unterkunft sucht. Es gibt auf brasilianischer Seite Foz do Iguacu und auf argentinischer Seite Puerto Iguazu. Wir haben uns für Brasilien entschieden. War vielleicht nicht clever durchdacht aber trotzdem voll okay. Argentinien ist etwas günstiger und liegt geschickter für die Wasserfälle. Wobei beide Länder einen Nationalpark für die Wasserfälle besitzen.

Brasilien hat lediglich einen kleineren Abschnitt, dort sind etwa 20% der Wasserfälle gelegen. Dafür hat man einen besseren Panoramablick auf die argentinische Seite. Der Park in Argentinien hat mehr zu bieten. Es ist alles weitläufiger und man kann viel mehr herumlaufen. Aber egal wie man es macht, es ist enorm beeindruckend! 🙂

Wir haben uns dafür entschieden erst zwei Tage in Argentinien und dann noch einen Tag in Brasilien zu verbringen. Also los geht’s! Erstes und in den folgenden Tagen mehrfache Hindernis ist die Grenze. Wobei es eigentlich kein Problem darstellt. Dauert nur jedes Mal bissle Zeit. Zuerst fährt man per Bus oder Uber an die brasilianische Grenze zum Ausstempeln. Dauert nicht lange, aber auf den folgenden Bus muss man etwas warten.

Es gibt 2 Busunternehmen, die über die Grenze fahren. Wenn man zur Grenze ein Ticket kauft, muss man auch wieder auf dieses Unternehmen warten oder erneut ein Ticket für den anderen Bus kaufen. (kostet jeweils nicht viel). Der nächste Bus fährt einen zum Einchecken zum argentinischen Grenzhäuschen und wartet netterweise bis alle einen Stempel im Reisepass haben. Dauert wiederum vielleicht 10-15 Minuten.

Dann geht es zum Busbahnhof in Puerto Iguazu, von wo Shuttle-Busse zum Nationalpark fahren. Diese lassen sie sich aber einiges kosten. Hin und zurück kostet nicht ganz 15€. Wenn man zu dritt unterwegs ist, lohnt sich auch schon ein Taxi. Uber gibt es dort in Argentinien nicht. Beziehungsweise es gibt Uber, aber der Taxifahrer meinte er würde alle Uber-Fahrer umbringen 🙂 Alles in allem geht das schon mit der Anreise, aber es dauert etwa 2 Stunden für einen Weg und kostet insgesamt (Hin- und Rückfahrt) etwa 20€. Den Eintritt in den Park gibt es für etwa 12 €.

Krass zu sehen, wie in Argentinien die Währung total am Arsch ist. Als ich mit Tobi dort war (03/2019) habe ich für 1€ etwa 42 Pesos bekommen, 4 Wochen später nach Urugugay waren es schon 46 Pesos (~10% sind schon viel für eine Währung). Habe jetzt gerade (09/2019) aus Spaß nochmals geschaut. Aktuell gibt es für 1€ ungefähr 63 Pesos !!

Die Leute können sich nichts mehr leisten, weil ihre Währung den Bach runtergeht. Und das alles eigentlich nur weil die Leute durch ein neues (eigentlich gut gemeintes) Gesetz das Vertrauen in die Regierung und die Banken verloren haben, ihr Geld abgehoben haben und es lieber zuhause verstecken, statt der Bank anzuvertrauen.

Naja. Direkte Auswirkung hat dies darauf, dass wir in Argentinien keinen Geldautomaten gefunden haben, der uns Geld geben wollte. Entweder außer Betrieb oder kein Geld vorhanden. Also bleibt einem die Möglichkeit mit Kreditkarte oder in anderer Währung zu bezahlen. Brasilianisches Real (eventuell auch Euro und USD) werden akzeptiert.

Aber zurück zum Thema – Wasserfälle! Im Park angekommen muss man nicht lange laufen um die eigentliche Attraktion zu entdecken. Und zwar gibt es dort Affen uuuuund Nasenbären!! 🙂

Diese sind alle ziemlich frech und haben Hunger auf alles. So gibt es regelrechte Überfallkommandos auf die Essensstellen der Touristen. Affen kommen von oben und Gangs von Nasenbären von unten und dann wird dem unachtsamen Touri das Essen vom Tisch, aus den Taschen und aus der Hand geklaut. Mega lustig! Jedoch hört der Spaß auf, wenn die Tierchen einem zu nahe kommen. Die Krallen und Zähne sind schon spitz. Aber aggressiv sind die Tiere nicht.

Und so nähert man sich den Aussichtspunkten, während man das Rauschen schon von weiten hört. Und ja die Massen an Wasser, das laute Rauschen und die unzählige Wasserfälle sind schon mega beeindruckend! Am ersten Tag war es etwas bedeckt und neblig und genau das hat der ganzen Szene noch so einen besonderen Touch gegeben. Die grünen Wälder, die Gischt des Wassers und der Nebel welche sich vermischen hatten etwas mystisches. Wir hätten uns nicht gewundert, wenn ein kleiner T-Rex ums Eck spaziert gekommen wäre.

Tobi und ich haben uns dann noch entschieden mit einem Schnellboot in so einen Wasserfall hineinzufahren. Einfach so. Weil die Beschreibung an sich schon verdammt cool klingt 🙂 Hat Spaß gemacht und war nass. Selbst die kleinen Miniwasserfälle haben enorm viel Kraft.

Am zweiten Tag waren nicht nochmals bei Sonnenschein im Park in Argentinien und am dritten Tag auf der brasilianischen Seite. Dort kann man nicht wirklich weit laufen, hat aber einen schönen Blick auf Argentinien. Es gibt eine Plattform vor dem rundlichen, sogenannten Teufelsschlund. Sieht schön aus! 🙂

Argentinische Seite:

Brasilianische Seite:

Des Weiteren haben wir eine kleine Rundfahrt am Itaipú-Staudamm unternommen. Die Dimensionen sind schon beeindruckend.

Einen Ausflug nach Paraguay könnte man auch noch machen, da nicht weit weg. Aber alle sagen einem, dass es dort nicht schön sein soll. Es wurde lediglich eine große Einkaufsstadt an die Grenze gesetzt, da man in Paraguay vor allem technische Geräte sehr günstig erwerben kann. Haben wir aber ausgelassen.

So ging es nach vielen neuen Stempeln im Passport nach paar Tagen zum dritten Mal nach Argentinien um diesmal dort weiterzureisen. Per Inlandsflug ging es ab nach Buenos Aires!

Die Wasserfälle sind sehr zu empfehlen. Es sind nun mal die größten zusammenhängenden Wasserfälle auf der Welt (nicht die höchsten). Das Ganze lässt die Welt irgendwie klein wirken, wenn man realisiert, dass man ab jetzt einfach nichts vergleichbares mehr sehen wird. Nachteilig ist, dass der Mensch immer sofort vergleicht und ich jetzt wohl bei folgenden Wasserfällen etwas enttäuscht sein werde, obwohl dies eigentlich dumm ist. Also besser erst alle anderen Wasserfälle anschauen bevor man sich den Größten anschaut 🙂

Buenos Aires

BA hat etwas besonderes. Sie ist mit 13 Millionen Einwohnern DIE Stadt in Argentinien. So gut wie jede wichtige Einrichtung befindet sich in der Hauptstadt. Aber BA ist nicht typisch südamerikanisch. Zu Brasilien sind Land und Leute sowieso ganz anders. Es gibt so einen besonderen Mix aus europäischen Einflüssen und der südamerikanischen Lockerheit in der Stadt.

Bei zwei Free Walking Tours habe ich einiges gelernt, womit ich jetzt protzen kann.

BA wurde nämlich komplett auf dem Papier neu geplant. Alte Teile der Stadt wurden abgerissen und neu gebaut. So steht alles was man an Gebäuden, Straßenführung und so weiter sieht mit Absicht dort hingestellt worden. Der wichtigste Grund, dass BA aussieht wie es aussieht ist die Lage am Atlantik und die Anbindung über einige Flüsse zum Rest von Südamerika. So wurde die Stadt der Hafen und Drehpunkt für europäische Mächte. Und das sieht man sofort.

Ganze Viertel sehen aus wie in Frankreich. Die Champes Elysee inklusive gleichen Straßenlaternen und Metroeingängen findet man auch hier. Lediglich auf der falschen Straßenseite, da die Metro von Engländern gebaut wurde. Man sieht spanische Opernhäuser und an jeder Ecke italienische Pizzerien. BA behauptet ihre Pizza sei die beste der Welt, zumindest ist es die Pizza mit dem meisten Käse der Welt.

Für die breiteste Avenue der Welt (12 oder 16 Autospuren?) wurden über Jahre alle Häuser die dort standen abgerissen. Auf jeden Fall alles sehr interessant. Evita (“Don’t cry for me Argentina”, der bekannteste Friedhof auf der Welt, das Bombonera der Boca Juniors (Eintritt für Touris = 80€, habe ich nicht gemacht), Argentinische Rumsteaks für 5-6€, seit 50 Jahren demonstrierende Mamis und so weiter. Es gibt viel zu sehen und ist bis auf den grausamen Verkehr eine tolle Stadt!

Aber ich war ja mit Tobi dort und es waren die letzten Tage unserer gemeinsamen Urlizeit. Heißt also auch Nachtleben kennenlernen 🙂 Hatten ein Airbnb in Palermo, ein trendiges Viertel mit vielen coolen Bars, Restaurants und Graffitis. Und ja überragend hihi 🙂 Wenn ihr genug von Malle, Prag, Düsseldorf oder St. Pauli zum Feiern habt, kann ich euch BA ans Herz legen 😉 Toppt das alles relativ locker! Und so wurden es nochmals 3 harte aber coole Tage bevor es für den kleinen Mann zurück nach Hause ging. War wie immer eine geile Zeit! Ich bin mir nicht sicher ob die Nacht in Shanghai, Karneval in Rio oder die Abschlusstage in BA am Härtesten waren 🙂

Auf jeden Fall war ich nach Abreise von Tobi erstmal bissle platt. Habe 1-2 Tage im Bett verbracht, meine Kreditkarte irgendwo liegen lassen und mich nach Zeiten des gemeinsamen Reisens in der Rio WG und mit Tobi, wohnhaft in Airbnbs erstmal wieder an das alleine sein und Hostel-Life gewöhnen müssen. So far for Argentina!

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